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Der Ort
liegt ungefähr 2 km südlich des Caldonazzosees (Seehöhe
450 m) malerisch am Fuß steiler Bergwälder
hingebreitet, dort wo das beängstigend steile Centatal
den Weg in die befreiend offene Landschaft findet.
Es ist ein
alter Ort, der, obwohl er etwas abseits von den großen
Verbindungslinien zwischen Ländern oder Städten
gelegen war, auf eine reiche, historisch bewegte
Vergangenheit zurückblicken kann. Man hat aus
Ausgrabungsfunden Beweise für die Anwesenheit der Römer
erhalten und wenige Steinwürfe von unserem Feriendorf
entfernt, in der kleinen Ortschaft Brenta, soll eine „statio
militaris“ bestanden haben. Es ist auch ziemlich
sicher, daß einige der auf den Weinberg führenden
Saumwege von römischen Soldaten angelegt worden sind.
Heute benutzen wir diese gerne für unsere Abendspaziergänge
zu einem der schönsten Aussichtspunkte in der Umgebung,
zur leider immer mehr verfallenden Kapelle (erbaut im
12. Jh.), die wahrscheinlich an jener Stelle steht, auf
der ein römisches Castell gestanden hat.
Auch die Völkerwanderung
hat ihre Spuren hinterlassen. Bedeutsam ist, daß nicht
nur Fundgegenstände über diese geschichtliche Epoche
Auskunft geben, sondern auch römische und sprachliche
Relikte gefunden werden konnten. Grund genug, daß immer
wieder berühmte Ethnologen und Etymologen aus ganz
Europa dieses Gebiet besucht haben.
Mit dem
12. Jh. begann für Caldonazzo eine bedeutsame
geschichtliche Epoche, die den folgenden Jahrhunderten
ihren Stempel aufdrückte, wofür es zahlreiche
historische Belege gibt. Die erste Erwähnung des
Ortsnamens erfolgte im Jahre 1116!
Die
Signori di Caldonazzo, die Herren von Caldonazzo, ein
Feudalgeschlecht, bestimmte hier fast 300 Jahre hindurch
die Geschicke.
Der
Wellenschlag der Geschichte, der dieses ganze
oberitalienische Gebiet immer wieder erreichte, überspülte
und neugestaltete, war auch in Caldonazzo zu spüren.
Immer wieder zogen Kriegsheere durch das nahe Valsugana,
kein Wunder, daß Caldonazzo davon nicht unberührt
blieb.
Trapp,
eine österreichische Adelsfamilie
Zwischen
Kirche und Friedhof findet man ein altes, stattliches
Schloß. Bereits verwittert, trotzdem deutlich ist an
dem alten Gemäuer das Fresko eines Wappens zu erkennen,
das den Österreichern gleich vertraut sein dürfte,
denn es zeigt den vertrauten rot-weiß-roten
Bindenschild.
In diesem
Schloß wohnte die Familie Trapp, die einem alten österreichischen
Adelsgeschlecht angehörte. Im Jahr 1461 verließ sie
ihre Heimat und ihr Stammschloß Trautenburg bei
Leutschach in der Steiermark (existiert heute noch). Über
300 Jahre, bis 1794, als der letzte Sproß der Grafen
Trapp starb, war Caldonazzo mit diesem Namen eng
verbunden. Die Geschichtsschreibung sagt ihnen nach, daß
sie gerecht, menschenfreundlich und tüchtig gewesen
seien. Die Erinnerung an ihre Wohltätigkeit lebte noch
lange in der Bevölkerung.
Neben dem
alten Ortsbild mit seinen alten, malerischen Häusern
abseits vom Zentrum, ist noch die der heiligen Barbara
geweihte Kirche zu erwähnen, deren alter Teil den Namen
des Papstes Sixtus trägt. Im 13. Jh. erbaut, wurde sie
im Laufe der Jahre erneuert und umgebaut. Ihr heutiges
Gesicht erhielt sie 1836, ihr Stil sticht vom
romanischen Kirchturm deutlich ab. Im Innern erinnert
ein altes Gemälde, Papst Sixtus darstellend, der von
den Heiligen Borromäus, Franziskus und Sebastian
umgeben ist, an die im Jahre 1630 wütende Pest, von der
auch Caldonazzo nicht verschont geblieben ist. Das Gemälde
stammt aus dem Jahre 1632.
Zwischen
der Ortschaft und dem See dehnten sich bis zu gar nicht
weit zurückliegenden Zeiten mit Schilf und Riedgras
bewachsene Sümpfe aus und auch in den neuesten Karten
finden wir diesen Landstrich mit paludi (Sümpfe)
bezeichnet. Noch vor 25 Jahren stand dort kein einziges
Haus (vom alten Fischerhaus und späteren Albergo Lido
abgesehen). Im Ausgang des 18. Jh. wurde nach den Plänen
des deutschen Mair das Bett der Brenta tiefergelegt und
der Seespiegel gesenkt, womit die Trockenlegung dieser Sümpfe
eingeleitet worden ist.
Der See
ist 4 km lang, seine tiefste Stelle liegt 43 m unter dem
Spiegel. In der Provinz Trento ist er nach dem Gardasee
der zweitgrößte und zählt zu den wärmsten Seen
Oberitaliens.
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